Parameter:
FTBasePathKurzbeschreibung: Verlegt das Basisverzeichnis für Volltextindizes auf ein alternatives, typischerweise schnelleres Volume.
Steckbrief
Parameter | FTBasePath |
Kategorie | Performance / Memory |
Komponente | Server |
Verfügbar seit | 8.5.3 (älter) |
Unterstützte Versionen | 9.0.1, 10.0, 11.0, 12.0, 14.0, 14.5, 14.5.1 |
GUI-Entsprechung | Nur notes.ini (keine GUI) |
Mögliche Werte | Absoluter Pfad zu einem schreibbaren Verzeichnis (z. B. D:\full_text unter Windows oder /local/ftindex unter Linux) |
Beschreibung
Standardmäßig speichert Domino den Volltextindex (
*.ft-Verzeichnis) unmittelbar neben der zugehörigen NSF-Datei im Datenverzeichnis. Bei großen Mail-, Archiv- oder Anwendungsdatenbanken entstehen dadurch erhebliche I/O-Lasten und Fragmentierung auf den Datenlaufwerken – Indexieren und Datenzugriff konkurrieren um dieselben Spindeln bzw. dieselbe SSD.Mit
FTBasePath lässt sich ein alternatives Basisverzeichnis für die FT-Indizes festlegen. Domino legt dann unterhalb dieses Pfades die Index-Strukturen an (gespiegelt zur NSF-Verzeichnishierarchie). Typischer Einsatz: Auslagerung der FT-Indizes auf ein separates, schnelles Volume (SSD/NVMe) bzw. einen separaten I/O-Kanal, getrennt vom NSF-Datenverzeichnis und vom Transaktionslog.Der Parameter ist ein klassischer Performance-Tuning-Schalter für Server mit vielen oder großen volltextindizierten Datenbanken. Er beeinflusst nicht die Logik des Indexierens, sondern lediglich den Speicherort.
Beispiel-Konfiguration
Standardverhalten (Parameter nicht gesetzt) – FT-Indizes liegen neben den NSFs:
# FTBasePath nicht gesetzt
Windows-Beispiel – FT-Indizes auf eigenem schnellen Datenträger:
FTBasePath=D:\full_text
Linux-Beispiel – FT-Indizes auf gemountetem schnellen Volume:
FTBasePath=/local/ftindex
Laufzeit-Variante über die Server-Konsole:
set config FTBasePath=D:\full_text
Hinweise & Stolperfallen
- Das angegebene Verzeichnis muss existieren und für den Domino-Service-Account schreibbar sein – sonst können Indexe nicht erstellt werden.
- Auf Linux ist auf das richtige Mountpoint- und Berechtigungs-Setup zu achten (siehe HCL KB0116222 – typische Stolperfalle bei mounted disks).
- Bestehende FT-Indizes wandern nicht automatisch in das neue Verzeichnis. Sie müssen entweder neu erstellt (
Updall -F) oder manuell verschoben werden.
- Der Pfad gilt servereinheitlich für alle FT-Indizes – keine Pro-Datenbank-Konfiguration möglich.
- Backup/Restore-Konzept anpassen: Das alternative Verzeichnis muss in das Backup einbezogen werden.
- Änderung wirkt nach Server-Restart bzw. nach
set config FTBasePath=…mit anschließendem Restart der betroffenen Tasks (Updall/Update); HCL empfiehlt Server-Restart für saubere Initialisierung.