Geöffnete Datenbanken komprimieren

Bei Löschungen in Notes-Datenbanken wird der gewonnene Speicherplatz zwar für neue Datensätze verwendet, es bleibt jedoch immer etwas „Luft“ – der sogenannte „White Space“ – übrig. Daher sollten Notes-Datenbanken ab und zu komprimiert werden.

Auf dem Notes-Server kann hierzu an der Server-Console das Kommando LOAD COMPACT (ggf. gefolgt von dem Dateinamen der gewünschten Datenbank) verwendet werden.

Wo liegt das Problem?
Bei Datenbanken, die durch den Server selbst dauernd geöffnet sind (z.B. NAMES.NSF, also das öffentliche Namens- und Adreßbuch) funktioniert das bei laufendem Server leider nicht (Der COMPACT-Befehl terminiert mit einem entsprechenden Hinweis).

Kann man was tun?
Ja! Zumindest, wenn der Notes-Server unter Windows NT läuft (wahrscheinlich auch auf anderen Betriebssystemplattformen, dies wurde jedoch nicht von mir getestet). Folgende Anweisungen gelten daher nur für das Betriebssystem Windows NT.

Was ist zu tun?
– Beenden Sie auf der Server-Maschine den Notes-Server und ggf. den Notes-Client
– Öffnen Sie auf Betriebssystemebene eine Kommandozeilen-Fenster
– Wechseln Sie in das Notes-Verzeichnis (nicht das DATA-Verzeichnis)
– Geben Sie den Befehl „NCOMPACT NAMES.NSF“ ein
– Geben Sie ggf. das Paßwort der verwendeten User-/Server-ID ein
– Sobald der Vorgang beendet ist, sehen Sie wieviel Speicherplatz zurückgewonnen wurde

Erklärung
Alle (?) auf dem Server normalerweise durch den Befehl LOAD … aufgerufene Tasks liegen auf der Festplatte als ausführbare Programmdatei vor und tragen unter dem Betriebssystem Windows NT im Dateinamen den Buchstaben „N“ vor dem Namen des Tasks unter Notes.

Damit lassen sich auch andere Notes-Konsolenbefehle, wie z.B. FIXUP oder UPDALL vom Betriebssystem aus aufrufen.

Besonderheiten
Nicht alle Notes-Tasks (z.B. FIXUP) melden wie der COMPACT-Befehl beim Zugriff auf durch den Notes-Server selbst geöffnete Dateien einen Fehler. Möglicherweise terminiert der eine oder andere Task, ohne seine „Arbeit“ verrichtet zu haben.

Beispiel:
Bei einem Versuch, den FIXUP-Befehl im laufenden Server-Betrieb auf das Namens- und Adreßbuch anzuwenden, beendete sich der Task ohne einen Hinweis auf einen Fehler. Beim anschließenden Aufruf des Kommandos nach oben beschriebener Vorgehensweise wurde gemeldet, daß der „Header eines Dokumentes repariert wurde und daß dieses Dokument in Zukunft richtig repliziert würde“.

Es lohnt sich offensichtlich bei Problemen mit Notes-Datenbanken, die sonst keine Erklärung finden, einmal den „externen Aufruf“ eines Notes-Tasks auszuprobieren.

Notes/Domino Version: 4.x